Gelungener Auftakt zur Winzerfrauen-Saga
Rezension von "Die Reben im Sturm" von Elisabeth Marienhagen
(unbezahlte Werbung)
👀 >>>MEINE LESEEMPFEHLUNG AUF 1 BLICK
Sehr gelungener Einstieg in eine spannend erzählte Buchreihe, besonders geeignet für alle, die historische Romane, Familiensagas, die Landschaft an der Mosel und die Geschichte des Weinbaus sowie deutsche Geschichte mögen.
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📝>>> INHALT
Im Moseltal im fiktiven Dörfchen Wingert lernen wir Magdalena Scholtes mit 15 kennen: im Jahr 1913. Sie ist jüngstes Kind und einzige Tochter einer Winzerfamilie, die neben der Arbeit auf dem Bauernhof und im eigenen Weingut das Gasthaus Zur Blauen Forelle führt.
Magdalena hat keinen einfachen Stand zwischen Brüdern und Eltern, muss viel arbeiten und vor allen Dingen gehorchen.
Sie schwärmt für Matthias, den Sohn der Nachbarn, der jedoch davon nichts ahnt, in Clausthal ein Ingenieurstudium absolviert und eines Tages mit einer wunderhübschen Verlobten an seiner Seite seine Eltern besucht - für Magdalena ein Schock.
Der erste Weltkrieg sorgt 1914 dafür, dass die jungen Männer aus Wingert verschwinden, und zwar Richtung Front.
Der Krieg prägt das gesamte Leben: Angst um Familienmitglieder, Mangel, zu viel Arbeit auf zu wenigen Schultern lastend, Krankheit an Leib und Seele, Tod, Trauer. Nacheinander verliert Magdalena den leichtlebigen ältesten Bruder, der unmittelbar vor seiner Rückkehr aus dem Heimaturlaub an die Front die Magd der Scholtes schwängert und heiratet; Mutter und Vater sterben bald darauf. Was der Krieg nicht zerstört, raffen Krankheiten dahin. Der jüngere Bruder kehrt einbeinig heim.
Während es Krieges hält Magdalena Kontakt zu Matthias - eine Briefreundschaft unter Kontrolle und Zensur des Vaters, solange der lebt. Trotzdem keimt daraus etwas ...
Diese Ausgabe ist eine überarbeitete Neufassung des 2020 erschienenen Romans unter dem Titel Jahre des Aufbruchs und erster Teil der Winzerfrauen-Saga.
❓ >>> WIE DAS BUCH AUF MICH WIRKTE
Mit großer Selbstverständlichkeit - also von leichter Hand erzählt - wirft uns die Autorin mitten hinein nach Wingert: Wir lernen die Umstände und Typen im Dorf quasi en passent kennen, indem wir Schule und Kirchgang, Arbeit und Familienleben von Magdalena begleiten, erfahren, wer wen wie beeinflusst - kurz: wie der Hase läuft. Wir lernen die Geborgenheit des Dorflebens ebenso wie dessen Beschränkungen durch Sitten & Gebräuche der Zeit sowie aus ewig menschlichem Machtstreben, Eifersüchteleien und altem Groll kennen.
Wie selbstverständlich erfahren wir dabei viel über die Rolle eines jungen Mädchens wie Magdalena innerhalb der Familie und der Arbeitsabläufe der damaligen Zeit. Genau dieses umstandslose Hineinziehen in die Handlung macht die Lektüre des Romans sehr angenehm: Der lässt sich leicht lesen - durchaus aber nicht immer einfach, wie ich finde, denn da, wo Magdalenas Gehorsam wie selbstverständlich vorausgesetzt wird, reizt mich die Tatsache, wie gering ihr Verstand, ihr Wert als Mensch und ihre Eigenständigkeit geachtet werden: Der Umgang, den Magdalena hinnehmen muss, ärgert mich als Frau, die ihren Mann stehen kann. Diese Art Spannungsfeld ist allerdings typisch für historische Romane: Immer wieder werden wir als selbstbewusste und selbstbestimmt lebende Frauen hineingezogen in einen Strudel der Empörung, wenn unsere Romanheldinnen aus früheren Zeiten sich einem rein patriarchalisch geprägten / bestimmten Umfeld fügen müssen.
Mal erzählt Elisabeth Marienhagen mit großflächigen Pinselstrichen, mal sehr kleinteilig, je nachdem, wie eine Szene es eben erfordert. Der ständige Wechsel des Erzähltempos sowie des Blickwinkels, aus dem sie auf die Geschehnisse schaut, sorgen dafür, dass das Buch sich spannend und wenn auch nicht überall aufregend, so doch immer anregend liest. Mal steht Magdalenas Sichtweise im Mittelpunkt, denn die des künstlerisch ungemein begabten Bruders Heiner usw.
Die Szenen aus dem ersten Weltkrieg hatten auf mich eine ausgesprochen beklemmende Wirkung, ohne dass reißerisch erzählt worden wäre: Beinahe nüchtern formuliert ist der Effekt der Beschreibungen der Kriegserlebnisse und ihrer Wirkung auf Menschen bei mir enorm stark angekommen. Die Autorin versteht es großartig, ohne Effekthascherei auszukommen, aber viel Empathie zu erzeugen.
Dieser erste Band der Reihe bietet alle Voraussetzungen für spannende weitere Unterhaltung, macht neugierig: Wichtige Figuren haben wir kennengelernt; Geheimnisse wurden uns als Leser:innen anvertraut, die die handelnden Personen der Story nicht kennen, von deren Sprengkraft und Brisanz wir jedoch am Ende von Band 1 durchaus eine Vorstellung haben. Klar, dass dies neugierig auf die Fortsetzung(en) macht!
📑 >>> FAZIT
Ein Einstieg in eine interessante Familiensaga, sehr gekonnt erzählt, der neugierig auf mehr macht. Daher vergebe ich gerne 5 Sterne: ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
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Impressum
Überarbeitete Neuausgabe Januar 2026
Copyright © 2026 dp Verlag, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Made in Stuttgart with ♥
Alle Rechte vorbehalten
E-Book-ISBN: 978-3-69090-471-1
Hörbuch-ISBN: 978-3-69090-522-0
Taschenbuch-ISBN: 978-3-69090-523-7
Copyright © 2020, dp Verlag, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits 2020 bei dp Verlag, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH erschienenen Titels Jahre des Aufbruchs (ISBN: 978-3-96817-037-4).
Covergestaltung: Nadine Jindal (nk_Coverdesign)
unter Verwendung von Motiven von stock.adobe.com: © Tal, © DJOE n REIZ, © beachfront, © Jörg Neufeld/Wirestock
shutterstock.com: © ShotPrime Studio
Lektorat: Claudia Wuttke
Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.Unser gesamtes Verlagsprogramm findest du hier
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Herzlichen Dank an dp!
Die DIGITAL PUBLISHERS GmbH hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte! 😘
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