Raus aus dem Gefühlstief! Wie Bücher dich schützen können
Typisch für unsere heutige Zeit ist es, dass ständig Reize auf jeden Menschen einstürmen. Die stammen aus den Nachrichten, unser Smartphone verlangt Aufmerksamkeit, in unserer Umgebung geht es turbulent zu, Verpflichtungen hier, da und dort müssen wir nachkommen.
Viele der Reize, die uns da ständig erreichen, sind nicht wirklich positiv, geben Anlass zur Sorge, haben selten eine positive Wirkung. Häufiger ist das, was uns aus unserer Umgebung erreicht, eher negativ und kann im Laufe eines Tages dazu führen, dass sich ein regelrechtes Gefühlstief aufbaut.
Was tun, wenn das geschieht? Ja, Alkohol, Koffein und Zucker oder Fett sind Auswege aus dem Gefühlstief über Genussmittel, deren negative Folgen sich aber spätestens in der Taille irgendwann wiederfinden. Sie sind also kurzfristig vielleicht eine Hilfe – eine Art von Erster Hilfe, wenn es wirklich dringend ist. Doch langfristig sollte niemand darauf setzen, denn die gesundheitlich negativen Nebenwirkungen sind einfach zu gravierend. Genussmittel führen so oder so irgendwann in Abhängigkeiten und die leiten über zu einem Kontrollverlust. Wer keine Kontrolle über sein Konsumverhalten hat, kann einpacken – das ist gefährlich. Wir können, auch ohne hier vermeidbar in Abhängigkeiten zu geraten, wenig genug kontrollieren in unserem Leben. Also: Finger weg von ungehemmtem Genuss von sogenannten Genussmitteln, die irgendwann zur Droge werden!
Greifen wir lieber in harten Zeiten oder wenn wir uns unwohl bzw. unter Druck gesetzt fühlen, zu Büchern. Ja, Lesen kann auch zur Sucht werden – aber die Nebenwirkungen sind weniger gravierend als bei anderen Abhängigkeiten. Manche Nebenwirkungen sind sogar rundheraus positiv: Lesen bildet beispielsweise – und kann man je zu viel Bildung im eigenen Leben und Kopf ansammeln …?
Für mich sind Bücher immer wieder wie Notausgänge, tatsächlich wie die berühmte grüne Tür, durch die ich jederzeit schlüpfen und aus einer Situation entkommen kann, die mir nicht gefällt oder die ich sogar als bedrohlich empfinde. Besonders abends entspannt mich das Lesen – nachdem ich einen Tag lang konfrontiert war mit „all den Problemen da draußen“. Selbst ein Thriller hat dann für mich die Botschaft: „Relax! Komm runter. Du brauchst hier nichts zu erreichen, nichts zu leisten, nichts auszuhalten – denn ich bin außerhalb der Buchseiten nicht real.“
Wir brauchen Utopien!
Ich finde, die Welt braucht viel mehr Utopien in Büchern und Filmen als Dystopien. Die Zerstörung rundum bekommen wir tagtäglich in den Medien unter die Nase gerieben: Kriege, Wetterkatastrophen, Umweltkrisen - die Liste ließe sich endlos lange fortsetzen.
Ich möchte nicht abstumpfen gegenüber der Welt, muss aber gleichzeitig feststellen, dass ich nicht alle den Erlebnissen und Ereignissen da draußen, die mein Mitleid verdienen, gerecht werden kann. Wenn ich da empathisch zu oft und zu tief „einsteige“, verausgabe ich mich emotional völlig. Das nutzt niemandem.
Also ziehe ich mich ganz gezielt in meine Buchwelten zurück. Mancher mag das Eskapismus nennen, für mich hat das etwas mit geistiger Gesundheit und Selbstfürsorge zu tun. Ausgebrannt nutze ich weder mir noch anderen.
Und genau deshalb wäre mir daran gelegen, wenn es mehr utopische Literatur gäbe, also die Formulierung einer fantastischen Zukunft, auf die es sich lohnt, sich zu freuen.
Lies dich mit den richtigen Büchern, sorgfältig ausgewählt, aus dem Gefühlstief heraus, wenn du es brauchst.
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#Leseglück #Bücherliebe #Selbstfürsorge
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