Lesung auf dem Kirschkamperhof

Veröffentlicht am 4. Februar 2026 um 15:53

Schöner Rahmen - danke ans Team!

Ein herzliches Dankeschön geht ans Tema des Kirschkamperhof e.V., in dessen Kaminzimmer ich aus meinem Roman "Die Verwandlung in Julia oder Kafkas Käfer" lesen durfte!

An eurem Kaminfeuer war es unglaublich heimelig!

Wer den Artikel lieber im Original lesen möchte, kann das unter dem nachfolgenden Link tun

 

🔗🔗🔗Lesung auf dem Kirschkamperhof: Barbara Rath & Die Verwandlung in Julia - Kempen-Tönisberg


Autorenlesungen sind ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit

Man mag sich die Frage stellen: Warum besuchen Menschen die Lesungen von Schriftstellern?

Die Antwort ist relativ eindeutig: Im Rahmen einer Lesung gelingt das, was sonst nicht geht - Leserinnen & Leser können sozusagen in Dialog mit einem Buch treten, und zwar über dessen Verfasser, denn wer könnte besser in Namen des Werks sprechen ...? Und darum besuchen Menschen Autorenlesungen - trotz der Verfügbarkeit von Hörbüchern! 

Der Vortrag aus dem Buch ist also gar nicht der Knackpunkt, wenn jemand sich entscheidet, eine Lesung zu besuchen - auch wenn es Autorinnen & Autoren gibt, die wirklich gut vorlesen können. Sie verleihen mit ihrer Stimme und Gesten der Zweidimensionalität des geschriebenen Wortes Tiefe. Eine wirklich gute Lesung wird zu einer Art von Theatervorstellung - einer szenischen Lesung eben, wie sie inzwischen an manchen Theatern mit ausgebildeten Schauspielern im Programm steht. [Ganz ehrlich: In solchen szenischen Lesungen am Krefelder Kreschtheater habe ich mir viele Anregungen geholt, um meine Lesungen plastischer zu gestalten. Schließlich besitze ich keine Schauspielausbildung und auch kein Sprechertraining - aber ich denke, mit etwa 20 Jahren Erfahrung im Zusammenhang mit Lesungen bin ich inzwischen auf der "Bühne" recht unterhaltsam.]

Es geht bei Autorenlesungen vor allem darum, Fragen zu stellen!

Bei jeder Lektüre kommen Fragen auf - bei einem Mathebuch quasi zwangsweise 😊, aber bei einem Roman, bei Gedichten und Kurzgeschichten ebenso. Nun bedeutet Veröffentlichen für die Verfasser von Texten, diese wirklich loszulassen. Wer immer ihr Werk liest, kann / darf / soll damit machen, was immer dem jeweilig Lesenden einfällt. Der Ansatz längst veralteten Deutschunterrichts, der da lautet: "Was will uns der Dichter damit sagen ...?", ist arg beschränkt. Wichtig ist einzig und allein, was im Kopf des lesenden Endverbrauchers ankommt! 

Trotzdem treibt viele Leser die Frage um, was eine Autorin, ein Autor ursprünglich in Bezug auf die Wirkung, die ihre Geschichten & Gedichte entfalten sollten, im Sinn gehabt haben. Weil dies Leser:innen interessiert, ist ihre eigene Auffassung eines Werkes ja um Himmels willen weder weniger wert noch weniger wichtig!

  • Genau diese Frage nach dem Plan hinter dem Schreiben wird besonders gern bei Autorenlesungen gestellt.
  • Eine weitere, nahezu unvermeidliche Frage lautet: "Woher kam die Inspiration für dieses oder jenes Werk; was hat den Schreibprozess ausgelöst?" Wer darauf eine Antwort kennt, gewinnt u. U. einen anderen Zugang zum Text als ohne die Information.
  • Eine weitere erfahrungsgemäß nahezu unvermeidliche Frage lautet, wie lang der Schreibprozess gedauert hat.

Die anderen, neuen, noch nie so gestellten Fragen sind es, die für mich als Schriftstellerin eine echte Bereicherung bedeuten: Ich erfahre durch sie mehr darüber, was meine einmal auf die Welt losgelassenen Worte dort anstellen. Nie vergessen: Mit Worten muss man vorsichtig sein, denn sie können verletzen ... Auch so gesehen ist die "Rückkopplung" mit den Leser:innen für Autoren wichtig.

Autorenlesung: Virtuell oder Live?

Autoren zum Ort einer Lesung reisen zu lassen ist kostspielig – Reisekosten und ggf. bei entsprechender Distanz Übernachtungskosten summieren sich flott auf, sodass sich eine Veranstaltung vor Ort oft nur schwer finanzieren lässt.

Muss es denn wirklich eine Livelesung sein? Welche Vorteile bieten Plattformen für virtuelle Autorenlesungen gegenüber Live-Events?

Der Preis ist ein entscheidendes Argument für virtuelle Begegnungen zwischen Lesern & Autoren, denn: Besser eine virtuelle Lesung als gar keine! Moderne Videoplattformen bieten sogar die Möglichkeit eines Austausches, sodass niemand auf das wichtige Frage- und Antwortspiel verzichten muss.

Trotzdem bleibt festzustellen: Liveveranstaltungen sind einfach der Goldstandard! Die direkte Begegnung lässt sich kaum durch einen Monitor ersetzen. Das ist wie bei Theater und Fernsehen - es bedeutet etwas völlig anderes, live bei einer Vorstellung im Publikum zu sitzen, als sich eine Aufzeichnung auf dem Bildschirm anzusehen.

Wie und wo finde ich Termine für Autorenlesungen?

Wer sich also jetzt fragt: „Wo finde ich Autorenlesungen in meiner Region?“, kann ...

  • im lokalen Buchhandel nachfragen,
  • beim Literaturverein vor Ort,
  • beim Kulturbüro der Stadt,
  • in der Stadtbibliothek.

Die wissen Bescheid und geben Informationen, wenn jemand wissen will: „Wo finde ich Tickets für populäre Autorenlesungen in meiner Nähe?“

Also: Fachleute fragen!

 

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